Die Stadt hat ein Kippenproblem - Die Stötzner-Schule rettet über 80.000 Liter Wasser

Wenn Schüler zu Umweltschützern werden

Am 21.04.2026 machten sich über 90 Schülerinnen und Schüler der Stötzner-Schule mit Handschuhen, Zangen und großen Müllsäcken auf den Weg. Ihr Ziel: die Grünflächen und Straßenränder rund um die Schule von Müll zu befreien. Was zunächst wie eine normale Schüleraktion aussah, entpuppte sich als ein Umweltprojekt mit beachtlichen Folgen.

„Krass wie viele Kippen hier überall rumliegen!", wunderte sich eine Schülerin während der Aktion. Und tatsächlich: Was die Schülerinnen und Schüler sammelten, überraschte. Neben herkömmlichem Müll fanden die fleißigen Sammlerinnen und Sammler besonders viele Kippen – alte Zigarettenkippen, die überall verstreut waren.

Die ernüchternde Bilanz: Insgesamt über 2000 Zigarettenkippen wurden eingesammelt. Doch damit nicht genug: Diese winzigen Verschmutzer verursachen ein großes Problem. Eine Zigarettenkippe kann zwischen 40-60 Liter Wasser verunreinigen, wenn sie in die Umwelt gelangt. Hochgerechnet auf den Fundus der Stötzner-Schule bedeutet das eine Wasserkontamination von über 80.000 Litern – eine Menge, die den durchschnittlichen Wasserverbrauch einer Person für knapp zwei Jahre deckt.

Doch die Schüler und ihre Lehrkräfte sehen ihre Aktion als mehr als nur eine Säuberungsaktion. „Wir möchten die Stadt wachrütteln", erklärt Schulleiterin Franziska Schubert. „Das Kippenproblem ist real und oft unsichtbar. Diese Aktion macht es deutlich – auch für die Raucher in unserer Stadt."

Die Initiative soll Nachhaltigkeit vorleben und zum Nachdenken anregen. Für die Schüler der Stötzner-Schule war die Aktion auch ein Unterrichtsprojekt der besonderen Art. Sie lernten nicht nur über Umweltschutz, sondern erlebten unmittelbar, welche Verantwortung jeder Einzelne für die Gemeinschaft trägt.